Stillen, Milch Abpumpen, Muttermilch Aufbewahren, Muttermilch Erwärmen – Meine Stillerfahrung

Stillen, Milch Abpumpen, abgepumpte Muttermilch aufbewahren und dann wieder Muttermilch erwärmen – Fragen, die ich mir vor der Geburt nie gestellt habe…

Bevor ich mein erstes Kind auf die Welt gebracht und so zum ersten Mal mit dem Thema Stillen in Berührung kam, dachte ich, dass das Stillen von alleine klappt und es keiner Vorbereitung bedarf. Bei der Geburt von meiner Tochter habe ich jedoch feststellen müssen, dass es nicht von alleine läuft und viel Geduld braucht. Und manchmal ist Milch Abpumpen auch eine Lösung… Vorab gesagt, ich habe meine Tochter, mein erstes Kind, drei Monate voll gestillt, doch da sie nicht ausreichend Muttermilch aus der Brust heraussaugen konnte, habe ich Milch abpumpen müssen. Am Anfang noch zusätzlich zu der Brust, ab dem 2. Monat nur noch. Dazu unten mehr.

Beachte bitte, dass ich hier lediglich meine Stillerfahrung teile, um eventuell ein paar hilfreiche Tipps loszuwerden. Jede Stillerfahrung ist jedoch sehr individuell und läuft nicht nach einem bestimmten Muster ab. Nur wenn es bei mir so funktioniert hat, muss es bei Dir nicht ähnlich laufen.

Ich habe meine Tochter auf einer natürlichen Weise zur Welt gebracht und konnte sie bereits im Kreissaal das erste Mal anlegen. Sollte die Hebamme im Kreissaal Dir das nicht anbieten, frag bitte nach. Je früher der Kontakt zwischen dem Baby und Deiner Brust hergestellt wird, desto besser. Sollte es jedoch auf Grund einer schweren Geburt nicht sofort möglich sein, kann dies nachgeholt werden.

Für mich war das, ehrlich gesagt, ein komisches Gefühl, ein Baby, mein Kind, an meiner Brust saugen zu haben. Doch da ich überzeugt bin, dass Muttermilch das Beste für das Baby ist, wollte ich unbedingt stillen.

blutige Brustwarzen Stillen sehr schmerzhaft

Am ersten Tag habe ich versucht meine Tochter so oft wie möglich anzulegen. Also immer wenn sie kurz wach war, habe ich sie nuckeln lassen. Das ging auch ganz gut, Schmerzen hatte ich nicht. Das ändert sich am zweiten Tag. In der Nacht habe ich sie wohl nicht richtig angelegt. Als Resultat hatte ich blutige Brustwarzen Stillen war sehr schmerzhaft. Am frühen Morgen habe ich schon nach einer Salbe für die Brustwarzen verlangt. Die Salbe hat bei mir keine Besserung gebracht, aber die Multi-Mam Kompressen. Diese gibt es in der Drogerie oder hier.

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Sie kühlen und befeuchten die Haut, sodass die Verletzungen über Nacht abheilen können. Laut den Hebammen im Krankenhaus müssen die Brustwarzen vor dem Stillen auch nicht sauber gemacht werden, einfaches abwischen reicht aus und das Baby kann angelegt werden.

Wichtig: Mach Dich schon vor der Geburt schlau, wie man ein Baby richtig anlegt. Lass es Dir von den Hebammen im Krankenhaus und zu Hause immer wieder zeigen. Je mehr Brustwarzenhof das Baby im Mund hat, desto weniger ist die Belastung für die Brustwarze. Je weniger Belastung, desto weniger Verletzungen und Schmerzen.

Milcheinschuss fördern

Wie gesagt, bereits am zweiten Tag kamen die Schmerzen, aber noch keine richtige Milch. Durch das häufige Anlegen, spätestens alle 4 Stunden, und das zusätzliche Milch abpumpen mit einer Medela Milchpumpe, konnte ich den Milcheinschuss fördern. Schon bei der Entlassung, am vierten Tag nach der Geburt, sind meine Brüste härter geworden, was auf einen Milcheinschuss hindeute.

Es gibt noch weitere Tipps, wie Du den Milcheinschuss fördern kannst: Sehr wichtig ist eine gesunde und ausreichende Ernährung, bitte achte nicht auf Kalorien, siehe dazu auch mein Artikel Ernährung nach der Geburt, den ich hier verlinkt hab.

Gerade zu Hause angekommen, habe ich meinen Mann zum Supermarkt geschickt, um Weißkohl zu kaufen. Denn gekühlte Weißkohlblätter sollen das unangenehme Gefühl bzw. Schmerzen beim Milcheinschuss lindern. Diese hatte ich jedoch auch ohne kaum, sodass ich den Kohl nicht gebraucht habe. Am 5. und 6. Tag habe ich die Brüste vor dem Stillen mit einem warmen, nassen Gästehandtuch umwickelt und kurz massiert. Das sollte ebenfalls den Milcheinschuss fördern. Ob es tat oder nicht, kann ich nicht sagen, doch es hat mir gut getan.

Soweit so gut, die Milch war da und das Baby nuckelte alle 2 Stunden. Das Stillen an sich hat für bis zu 2 Stunden gedauert, weil meine Tochter beim Trinken immer wieder eingeschlafen ist. Das heißt, ich war gefühlt nur am Stillen, dachte aber, dass es normal ist und sich in ein paar Tagen entspannen wird. Dem war es leider nicht.

Am 6. Tag haben wir das erste Mal eine Schreiattacke erlebt, die mehrere Stunden dauerte. Wir wussten nicht, was los war. Das Baby war frisch gewickelt, hat den ganzen Tag getrunken, schrie aber trotzdem und lies sich nicht beruhigen. Am nächsten Tag kam die Erleuchtung. Nach dem Gespräch mit der Hebamme und der Tatsache, dass Jasmin weiter an Gewicht verlor (bis zu 10% nach der Geburt ist normal, wir waren aber schon drüber), obwohl sie den ganzen Tag gestillt wurde, hat die Hebamme eine Saugschwäche vermutet. Das heißt, dass das Baby zu wenig Kraft hat, um ordentlich zu saugen und so ausreichend Milch aus der Brust zu bekommen.

Also haben wir uns entschlossen eine Medela Milchpumpe aus der Apotheke zu holen, die ich schon aus dem Krankenhaus kannte, und Milch abzupumpen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch zu wenig Milch beim Abpumpen kriegen können, die Menge stieg jedoch täglich an. Siehe da, nach 50 ml Muttermilch aus der Flasche, was das Baby zufrieden und schlief glücklich ein. Also haben wir beschlossen weiter mit dem Medela Milchpumpe abzupumpen und die Muttermilch nach der Brust aus der Flasche zu zufüttern, bis die Kleine genug Kraft hat, selber zu saugen.

Wenn Du über das Zufüttern mit Muttermilch oder Säuglingsnahrung nachdenkst, bespreche es bitte vorher mit deiner Hebamme.

Solltest Du zu wenig Milch beim Abpumpen herauskriegen, kann das sogenannte Power-Pumpen die Milchbildung fördern. Siehe dazu diesen Artikel: https://medela-family.de/muttermilch-abpumpen/abpumptipps/power-pumping/

Innerlich habe ich mich, ehrlich gesagt, sehr gegen Milch abpumpen und die Muttermilch aus der Flasche zu geben lange gewährt, weil wir ja so eine Saugverwirrung riskiert haben und wir die Muttermilch erwärmen mussten, was zum Verlust von Vitaminen und anderen Nährstoffen führen kann. Nach dem ich aber gesehen habe, dass Jasmin nur so satt wird, musste ich meine Bedenken beiseite schieben. Die ersten 8 Wochen haben wir also ihr erst die Brust und danach noch 50 – 80 ml vorher abgepumpter Muttermilch gegeben.

Ich hatte das Glück, dass ich sehr viel Milch hatte und so alle 3 Stunden bis zu 100 ml Milch abpumpen konnte. Ich habe erst gestillt und dann abgepumpt. So konnte ich sicherstellen, dass in der Brust für das Stillen noch ausreichend Milch ist, aber ich für die nächste Mahlzeit schon etwas Muttermilch habe. Hier kann ich Dir den Tipp geben, die Brüste immer vollständig zu entleeren, wenn Du die Milchproduktion anregen möchtest. Keine Angst, die Milch wirsch schnell nachproduziert. Sodass Du wieder stillen kannst, wenn Dein Baby nach 2 -3 Stunden Hunger hat.

Milch Abpumpen an sich und das dafür benötigte Equipment

Abpumpen kann die Milchproduktion anregen: Wenn Du zu wenig Milch hast und durch das Abpumpen die Milchproduktion steigern möchtest, kannst Du in den ersten Wochen nach der Geburt ein Rezept bei Deiner Frauenärztin holen. Bei mir ging die Anforderung auch telefonisch. Die elektrische Milchpumpe kriegst Du in der Apotheke. Die meisten haben sie von dem Hersteller Medela, der technologieführend ist. Am besten Du rufst in der Apotheke in Deiner Nähe an und fragst, ob sie aktuell eine Medela Milchpumpe zu ausleihen haben. Wenn ja, kannst Du sie in der Regel gegen eine Kaution gleich abholen und das Rezept nachreichen. Standardmäßig ist da eine Flasche und ein Aufsatz für die Brust dabei. Ich empfehle jedoch ein zweites Set zu kaufen, um so beide Brüste gleichzeitig abpumpen zu können. Das spart Zeit! Dieses kriegst Du ebenfalls in der Apotheke. Auch wenn Du am Anfang zu wenig Milch beim Abpumpen herausbekommst, bleib dran, es lohnt sich.

Da ich mich für ein dauerhaftes Milch Abpumpen entschieden habe und die Medela Milchpumpe aus der Apotheke zu groß und wuchtig ist, habe ich nach Alternativen gesucht, die ich unterwegs nutzen konnte. Dafür habe ich gute Erfahrung mit zwei Produkten gemacht, die ich Dir hier vorstellen möchte:

Eine Handmilchpumpe, die ich immer in der Wickeltasche hatte, um kurzfristig etwas Milch abpumpen zu können, wenn Jasmin plötzlich Hunger bekam oder ich zu viel Milch hatte. Meine Pumpe findest Du hier:

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Die Handmilchpumpe von Medela finde ich sehr praktisch, da sie klein und sehr einfach aufgebaut ist, was die Reinigung erleichtert. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Milchflaschen universell sind und Du die von der elektrischen Milchpumpe mitverwenden kannst. Im Lieferumfang ist eine Flasche enthalten.

Da das Abpumpen per Hand dauert, wollte ich auch eine elektrische Variante haben, die jedoch klein und handlich für unterwegs ist. Sehr gute Erfahrung habe ich mit der elektrischen Milchpumpe von Medela gemacht. Den Link findest Du hier:

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Sie ist sehr klein und passt in eine kleine Tasche. Und das Preisleistungverhältnis ist, aus meiner Sicht, unschlagbar. Diese Milchpumpe ist sehr sanft und angenehm in der Anwendung. Großer Vorteil ist hier, dass man beide Brüste gleichzeitig abpumpen kann, das spart eine Menge Zeit. Ich habe sie in den ersten Monaten nur für unterwegs benutzt. Im vierten Lebensmonat von Jasmin musste ich die geliehene große Medela Milchpumpe zur Apotheke zurückbringen, kam jedoch mit der kleineren Version von Medela total gut zu recht.  Sie ist eine gute Alternative zu den professionellen Milchpumpen aus der Apotheke, die man nur auf Rezept kriegt. Sie ist optimal, wenn man zum Beispiel nur sporadisch mal abpumpen möchte, wenn ein Termin ansteht und das Baby nicht mitgenommen werden kann.

Wenn Du die abgepumpte Muttermilch aufbewahren möchtest, musst Du einiges beachten, siehe dazu diesen Link:

https://www.medela.de/stillen/deine-stillzeit/muttermilch-aufbewahren-und-auftauen

Ich habe es wie folgt gemacht:

Abgepumpt habe ich in die Milchflaschen von der Medela Milchpumpe. Diese habe ich vorher saubergemacht und sterilisiert. Um keinen Engpass und so bei der Reinigung kein Stress zu haben, vor allem nachts, habe ich davon ein paar mehr gekauft. Falls Du welche brauchst kriegst Du sie mit gut sortiertem Drogeriemarkt oder hier:

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Mit drei den zusätzlichen Flaschen kam ich gut zurecht. Denn ich habe sie nur zum Abpumpen und Muttermilch Erwärmen gebraucht. Zum Füttern haben wir die Milch in eine andere Flasche umgefüllt.  Wir haben und für die Flöschchen von MAM entschieden, da diese besonders gut bei Koliken verwendet werden können. Ein Ventil am Boden sorgt dafür, dass keine unterdruck in der Flasche entsteht. So kommt beim Trinken keine Luft durch den Sauger, die die Milch unnötig aufschäumt und das Neugeborene schluckt weniger Luft beim Trinken .
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Je nach Menge der abgepumpten Milch, habe ich die zwei Flaschen entweder zusammen gekippt oder einzeln in den Kühlschrank gestellt. Achtung, die nicht gekühlte, frisch abgepumpte Milch darf nicht mit der gekühlten zusammengemischt werden. Wenn Du noch wenig Muttermilch hast und diese über den Tag sammeln möchtest, kühle diese erst ab und kippe sie dann zusammen. Im Kühlschrank ist die Milch bis zu drei Tage haltbar.

Wenn Du sie innerhalb von vier Stunden zu verbrauchen planst, kannst Du die Muttermilch auch bei Raumtemperatur aufbewahren. Dann ist sie bis zu 4 Stunden haltbar. Achte bitte hier besonders auf die Hygiene. Einige Babys trinken die Milch auch gerne bei Raumtemperatur, andere möchten es lieber auf ca. 37°C erwärmt haben. Probiere es aus, was Dein Baby bevorzugt. Wir haben die Muttermilch erwärmen müssen, weil Jasmin sie bei kalt nicht mochte. Dafür haben wir die Medela Flaschen in warmes Wasserbad gestellt und sie dann in eine Trinkflasche umgefüllt.

Stillen um jeden Preis?

Wie oben geschrieben haben wir die ersten Wochen gefühlt Tag und Nacht mit dem Stillen, Abpumpen, Muttermilch erwärmen und Fläschchen sauber machen verbracht. Jasmin nahm aber gut zu und das war die Hauptsache. Nach 6 Wochen haben wir beschlossen ihr nur noch die Brust zu geben und die Flasche ganz wegzulassen. Das ging 3 Tage gut, danach haben wir jeden Abend wieder die Schreiattacken gehabt, dachten jedoch, dass es an dem Wachstumsschub oder Bauchweh lag. Irgendwann haben wir beschlossen ihr noch mal die Muttermilch aus der Flasche zu geben und siehe da, unser Baby war wieder zufrieden. Das war für mich der Punkt, wo ich beschlossen nur noch abzupumpen und die Muttermilch in einer Flasche zuzufüttern.

Das habe ich drei Monate durchgezogen. Irgendwann habe ich das Ganze zeitlich und logistisch nicht mehr hinbekommen und wollte es auch nicht mehr. Denn wenn man stillt, danach abpumpen und die abgepumpte Muttermilch erwärmen muss, bedeutet es eine doppelte Zeit, die man mit dem Füttern verbringt. Kaum ist das Baby eingeschlafen, habe ich mich an die Milchpumpe gesetzt. Schlief Jasmin nicht, musste ich sie unterhalten und gleichzeitig abpumpen, was sehr stressig war.

Aus diesem Grund haben wir im vierten Monat angefangen Mahlzeit für Mahlzeit durch Säuglingsnahrung zu ersetzten. Ab dem 5. Monat hat Jasmin nur noch Säuglingsnahrung bekommen und ich habe abgestillt, obwohl ich noch viel Milch hatte.

Rückwirkend betrachtet kann ich sagen, dass alle Entscheidungen, die wir zu dem Thema Stillen gemacht haben, richtig waren. Ich bin froh, sie die ersten Monate gestillt zu haben und so das Beste für ein Baby zu geben.

Ich bin jedoch auch der Meinung, dass das Stillen nicht um jeden Preis sein muss und dass Säuglingsnahrung auch eine gute Alternative darstellt. Jede frischgebackene Mama soll sich nicht unter Druck setzten lassen, sondern in Absprache mit dem Partner entscheiden, welcher Weg für sie und das Baby der beste ist, wenn es mit dem Stillen nicht so gut klappt. Eine Kombination aus Muttermilch und Säuglingsnahrung ist auch eine Alternative, die in Absprache mit der Hebamme oder Kinderarzt ebenfalls betrachtet werden sollte.

Ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass jeder Tropfen Muttermilch, der bei dem Baby ankommt, wichtig ist. Auch wenn dieser vorher abgepumpt wurde und mit einer Flasche gegeben wird. Das ist viel mehr Aufwand als das Stillen mit der Brust, diesen bin ich jedoch in den ersten Monaten gerne eingegangen.

Ich hoffe, ich konnte Dir mit meiner Erfahrung helfen.

In meinem Hautartikel findest Du meine Erfahrung mit einem Online Rückbildungskurs. Klicke hier, wenn Du mehr wissen willst.

Wenn Du Fragen oder Anmerkungen hast, kontaktiere mich sehr gerne per Email unter dieser Adresse info@rueckbildungskurs-online-erfahrungen.de

Liebe Grüße

Julia

Julia

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